Innerhalb weniger Tage wurde der innere Wert einer Marke gedreht. Nicht irgendeiner Marke, sondern der der wertvollsten Marke. Wir sprechen von Apple.

Neulich auf einer Party fragte mich eine Bekannte nach dem Unterschied zwischen Facebook und Twitter. Facebook benutze sie oft und gerne, aber zu Twitter fände sie einfach keinen Zugang. Mir lag schon der flapsige Spruch von der Dummheit, die frisst und der Intelligenz, die säuft auf den Lippen. Das ließ ich aber. Der Spruch war nicht nur beleidigend, er würde auch der Frage nicht gerecht werden.

Liebe Twitter-Follower,

"Wenn das Ferne zu nahe tritt, entfernt oder verwischt sich das Nahe."
schrieb Günther Anders in seinem Hauptwerk "Die Antiquiertheit des Menschen".

So oder so ähnlich ergeht es mir gerade mit Twitter. Seit März 2010 treibe ich hier unter dem Nutzernamen "@reklamezentrale - Werbung war gestern" mein Unwesen. Dieser Name hat einen banalen Hintergrund: die reklamezentrale ist meine Agentur.

 

Wer um alles in der Welt braucht SEO? Wer diese Suchmaschinenoptimierungs-Mischpoke? Niemand. Zumindest kein Mensch, der noch alle Tassen im Schrank hat. Das ist harter Tobak für diese Burschen. Überhaupt - warum wird diese ominöse Tätigkeit kaum von Mädels angeboten? Na, weil das weibliche Geschlecht wie immer das Klügere ist.

Das Lesen auf Websites ist so wenig erbaulich, wie das Weintrinken aus Plastikbechern sinnlich. Ja, es geht. Man muss sich nur überwinden und das, was man landläufig Web-Design nennt, konsequent ignorieren. Man muss aktive und interaktive Werbe-Überlagerungen wegklicken und Flash-Banner ertragen, bis man endlich zu einem Stückchen Text kommt. Damit ist jetzt Schluss - dank meines neuen tapferen Freundes Instapaper.

Die Zeiten ändern sich - die Sprüche nicht. Früher waren es die positiv motivierten Werbehansel mit Designer-Brille, bunter Krawatte und passenden Manschettenknöpfen. Heute wird auf Asperger gepost. Unter der Baseballmütze trägt man struppiges Haar und einen ebensolchen Vollbart, T-Shirt, Shabby-Jeans und Sneakers. Früher referierte man über die Win-Win-Strategie in CRM-Systemen - heute über das versteckte Marketing-Potenzial in den YouTube-Channels. Und immer wenn das Auditorium von der eigenen Kompetenz überzeugt werden soll, kam und kommt der ultimative Killer-Spruch: "Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler!"

Der punktet immer. Mit Speck fängt man Mäuse. Auch so eine Weisheit aus der Kategorie "Tierbilder für Unterbelichtete". Aber der Angler-Spruch hat es in sich. Er wird, wie der Titel dieser kleinen Abhandlung, Dr. jur. Helmut Thoma, dem Erfinder des Unterschichten-Fernsehens zugeschrieben.